Himmlisches Jerusalem
Osterkerze 2016
Stiftsland Berchtesgaden
Die theologische Deutung
In den letzten Kapiteln seiner Geheimen Offenbarung beschreibt der Hl. Johannes den Ausgang der Weltgeschichte: „Da entrückte er [der Engel] mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes“ (Offb 21,10-11). Dieses Jerusalem ist nicht mehr von Menschenhand gebaut und damit vergänglich, sondern von Gott her kommend ist es unzerstörbar, unendlich schön und lichtdurchflutet. Die längste Aufzählung verschiedenster Edelsteine in der Bibel vermag dessen Schönheit nur vage anzudeuten (Offb 21,18-21).
Das Jerusalem der Himmel hat mächtige Tore als Zugänge: „Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren“
(Offb 21,12). Die zwölf Tore stehen symbolisch für die zwölf Stämme Israels wie für die zwölf Apostel und deren Überlieferung, das verlässliche Zeugnis von Jesus Christus, dem Auferstandenen.
„Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung ist ihr Tempel, er und das Lamm“ (Offb 21,22). Das paradiesische Jerusalem braucht keinen Tempel mehr, einen Sitz des Namens Gottes auf Erden, sondern Gott und das Lamm (= der gekreuzigte und auferstandene Christus) selber sind die Mitte und das Licht dieser Stadt und ihrer Bewohner.
Das Motiv auf der Osterkerze ist in Kreuzform gebildet. Jeder Kreuzarm zeigt drei Tore. Durch das Kreuz Christi ist den Gläubigen aller Völker der Zugang zum Himmlischen Jerusalem und damit zum (ewigen) Leben geöffnet worden. Ostern feiern wir in Dankbarkeit, dass wir durch unsere Taufe Bürger im Himmlischen Jerusalem sind. Unser ganzes Leben lang pilgern wir in der Gemeinschaft der Glaubenden – dem Volk Gottes – auf dieses große Ziel zu.
Die künstlerische Umsetzung
Den Einband eines festlichen Evangeliars aus der Stiftskirche, geschaffen vom Rosenheimer Bildhauer Josef Hamberger, griff Maria Hasenknopf in kreativer Zusammenarbeit mit der Gemeindereferentin Gabriele Hartmann auf und gestaltete wiederum die Osterkerze im Pfarrverband. In unermüdlicher Arbeit hat Maria Hasenknopf nicht weniger als neun große Kerzen für (fast) alle Kirchen im Pfarrverband Stiftsland Berchtesgaden hergestellt. Kommunionkinder, Firmlinge und Frauenbundgruppen setzten das Motiv auf kleinere Kerzen um. Für jeden erwerbbar gab es heuer erstmals einen Bastelsatz für zu Hause. So wird das Licht der einen Osterkerze am Osterfest überall im Stiftsland aufstrahlen.