Kulturfahrt des Dekanatsrats in die Steiermark
Stift Rein, Graz und der Schilcherwein
Kulturfahrten des Dekanatsrats erfreuen sich großer Beliebtheit. Eine ansehnliche Gruppe von Gästen machte sich Ende Oktober mit einem Bus unter geistlicher Begleitung von Dekan Msgr. Dr. Thomas Frauenlob und mit Dekanatsratsvorsitzendem Michael Koller auf, um insbesondere in der Steiermark verschiedene kulturell bedeutsame Stätten aufzusuchen und auch die Besonderheit des Schilcherweins in der Süd-Ost-Steiermark kennenzulernen.
Erste Station war Gampern westlich von Vöcklabruck. Die gotische St. Remigius-Kirche mit einem schönen Sakramentshaus birgt einen besonderen Schatz, einen gotischen Flügelaltar eines unbekannten Meisters. Er ist der drittgrößte Altar dieser Art in Oberösterreich neben St. Wolfgang und Kefermarkt. Bei geöffnetem Altar sind besonders eindrucksvoll im Schrein in der Mitte die gekrönte Gottesmutter mit dem Jesuskind auf dem Arm, flankiert von dem Kirchenpatron St. Remigius und dem hl. Pantaleon. Bei geschlossenem Altar sind u.a. Szenen der Passion zu sehen. Auf der Rückseite beeindrucken Darstellungen des jüngsten Gerichts mit der berühmten Gamperner Hölle. Auf der tunnelreichen Pyhrn-Autobahn ging die Fahrt dann nach Graz, wo die Gruppe zentrumsnah wohnte und den Abend gesellig verbringen konnte.
Am Vormittag des zweiten Tages stand das älteste noch besiedelte Zisterzienserkloster der Welt, Stift Rein bei Graz auf dem Programm. Das Kloster gilt als Wiege der Steiermark. Seit 1129 leben hier Zisterziensermönche. Die Stiftsbasilika ist die zweitgrößte Kirche der Steiermark. Die Kirche wurde 10 Jahre lang restauriert und ist jetzt wieder ein barockes Gesamtkunstwerk mit hunderten von Engeln und einem Altarbild vom Kremser Schmidt. In der Klosterbibliothek werden rd. 100.000 Werke aufbewahrt. Das Kloster beherbergt auch ein staatliches Gymnasium. Der Klosterladen bietet mannigfache Köstlichkeiten zum Kauf an. Zum Abschluss der Führung durch das Stift lud das Mittagsgebet der Mönche zum stillen Mitbeten ein.
Ganz in der Nähe von Stift Rein erhebt sich auf einem kleinen Bergrücken die hochgotische Wallfahrtskirche Straßengel, die wegen ihrer Gestaltung im Kleinen an den Wiener Stephansdom erinnert. Das berühmte Gnadenbild Maria im Ährenkleid aus dem 15. Jahrhundert wurde 1976 unauffindbar gestohlen und ist jetzt in einer Kopie zu sehen. Das geheimnisvolle Wurzelkreuz aus dem 14. Jahrhundert, ebenfalls gestohlen aber zurückgegeben, wird jetzt sicher aufbewahrt und ist auf einem Bild dargestellt.
In Wies in der Nähe von Deutschlandsberg wurden die Gäste an der Pforte der Barmherzigkeit der Kirche Zum Gegeißelten Heiland vom örtlichen Pfarrer und dem Kirchenchor empfangen. Zelebrant der anschließenden Hl. Messe war Msgr. Dr. Frauenlob. Der Gottesdienst wurde vom Wieser Kirchenchor festlich umrahmt. Anschließend gab es in einer bekannten Schilcherei eine Schilcher-Degustation, die von Erläuterungen der Chefin anschaulich und feinsinnig begleitet wurde.
Der letzte Reisetag begann mit einem geführten Stadtrundgang zu den markantesten Punkten von Graz wie u.a. Domkirche, Maria-Hilf-Kirche, Landhaus, Jesuitenkolleg, Kunsthaus und Murinsel. . Die Stadt hat die größte erhaltene Renaissance-Altstadt im deutschsprachigen Raum Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe. Schlossberg mit Uhrturm, das Wahrzeichen der Stadt, sahen die Besucher aus Zeitmangel nur von unten.
Gut 40 km von Graz entfernt liegt Bärnbach mit der von Friedensreich Hundertwasser 1987 / 1988 umgestalteten St. Barbara Kirche. Die Bemalung ist farbenfroh, Die Wand hinter dem Altar schmückt ein dekorativer Strahlenkranz. Ihn, den Boden der Presbyteriums und das intensiv farbige Fenster hinter dem Taufbecken hat Friedensreich Hundertwasser selbst gestaltet. Andere Kunstwerke stammen von Künstlern aus der Region. Im kleinen Park um die Kirche stehen malerisch 12 Tore mit Zeichen der größten Weltreligionen. Über die Kirche hat Hundertwasser geschrieben: „Eine Kirche muss schön sein, man muss sich in ihr geborgen fühlen. Es soll eine Atmosphäre herrschen, in der man eine Brücke findet zur Natur, zur Schöpfung und zu Gott.“
R. Cebulla