„Das Jahresende ist kein Anfang und kein Ende“

Berchtesgaden – Zahlreiche Gläubige hatten sich am Silvesterabend in der Stiftskirche eingefunden, um in einer feierlichen Andacht das abgelaufene Jahr zu verabschieden und das neue Jahr zu begrüßen. „Mit dem Jahreswechsel verbinden sich Hoffnungen, Wünsche, manchmal Sorgen und mitunter auch Angst“, stellte Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob in seiner Begrüßung fest. Diesen positiven und negativen Erwartungen stellte er ein Zitat des amerikanischen Schriftstellers Harold Borland entgegen: „Das Jahresende ist kein Anfang und kein Ende, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat.“

Wie jeder Einzelne einen persönlichen Rückblick auf 2015 halte, begann Frauenlob seine Predigt, so blicke auch die Pfarrei St. Andreas auf ein ereignisreiches Jahr zurück, das von großen Festen geprägt war: die Übertragung der Reliquie des seligen Kaspar Stanggassinger, die Gründung des Pfarrverbandes Stiftsland Berchtesgaden sowie zuletzt die Eröffnung der Pforte der Barmherzigkeit. Weiter erinnerte er an die Wallfahrt der Pfarrverbandsministranten nach Rom, an die Umgestaltung des Caritas-Altenheims Felicitas sowie an die Eröffnung des Hauses der Sozialen Dienste im ehemaligen Nationalpark-Haus.

Papst Franziskus habe in diesem Jahr die Enzyklika „Laudato si“ herausgebracht, die einen Ausgleich von Ökonomie und Ökologie fordert, im Vatikan habe die Familiensynode stattgefunden, schließlich habe Papst Franziskus ein „Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“ ausgerufen.

Das Jahr 2015 habe viele Herausforderungen gebracht: Was wird aus der Idee von Europa? Was sind das für Werte, die so gerne beschworen werden? Wie können wir dem internationalen Terror begegnen? Frauenlob bedankte sich ausdrücklich für die enorme Hilfsbereitschaft bei der Aufnahme von Flüchtlingen und zitierte aus dem Römerbrief: „Wir Starken sind verpflichtet, die Schwächen derer, die nicht so stark sind, zu tragen.“ Das gelte für die Flüchtlingssituation wie für Europa gleichermaßen. Jeder Einzelne müsse sich die Frage stellen: „Wie kann meine eigene Sendung aussehen?“ Der Kernpunkt sei, die Würde des Menschen, der ein Abbild Gottes ist, zu wahren. „Jedem einzelnen Menschen, gleich welcher Herkunft, ist mit Respekt und Liebe zu begegnen.“ Selbst die Liebe zum Feind sei keine Schwäche, sondern Stärke. „Wir sind aufgefordert, uns für den Frieden einzusetzen, denn Gewalt löst keine Konflikte.“ Am Schluss der Predigt forderte Frauenlob die Gläubigen auf, auch 2016 auf die Liebe und Nähe Gottes zu vertrauen.

Die sieben Fürbitten bezogen sich auf die 66 Täuflinge im Pfarrverband im abgelaufenen Jahr, die 55 Erstkommunionkinder, die 56 Firmlinge, die 32 Paare, die im Pfarrverband getraut wurden, die 37 Kirchenaustritte sowie zwei Wiedereintritte, die Amtsträger und die 82 Verstorbenen im Pfarrverband.

Zu jeder Fürbitte wurde auf dem Altar eine Kerze vor dem Allerheiligsten entzündet und die Schola der Stiftsmusik, die unter Stiftskapellmeister Stefan Mohr zum ersten Mal einen Gottesdienst musikalisch umrahmte, sang dazu: „Misericordias Domini in aeternum cantabo.“

Nach dem Vaterunser wurde das Allerheiligste in einer feierlichen Prozession durch die Kirche getragen und Pfarrer Frauenlob erteilte den eucharistischen Segen.

Ihren Abschluss fand die Jahresschlussandacht traditionell bei abgedunkelter Beleuchtung mit drei Strophen von „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

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