Wie geht es weiter mit der Kirchenmusik

Stellungnahme von Pfarrer Dr. Msgr. Thomas Frauenlob sowie der Verwaltungsleiter Michael Koller und Peter Moderegger

Liebe Pfarrgemeinde, liebe Mitglieder unserer Gremien,
liebe Ehrenamtliche im Pfarrverband Stiftsland,

mit großem Bedauern nehmen wir den Rücktritt des Verbundspflegers, Lektors und Kommunionhelfers Dr. Andreas Leidinger zur Kenntnis und bedanken uns ausdrücklich für sein langjähriges Engagement für die Pfarrei St. Andreas.

Wenngleich es schwierig ist, über diesen Weg alle Hintergründe zu unserer Entscheidung zur Kirchenmusik darzustellen und wir auch Wert auf eine angemessene und berechtigte Vertraulichkeit eines Arbeitsverhältnisses legen, können wir die Artikel, Mails und Diskussion in den sozialen Medien leider nicht unkommentiert lassen.

Das für Personalfragen zuständige Gremium im Pfarrverband, der Haushalts- und Personalausschuss, der sich aus den Kirchenpflegern der sechs Pfarreien zusammensetzt, hat nach ausführlicher Diskussion und unter Berücksichtigung der sehr hohen Bedeutung, die der Kirchenmusik in unserem Pfarrverband zukommt, eine betriebsbedingte Änderungskündigung – den Tätigkeitsumfang unseres Kirchenmusikers  betreffend – demokratisch beschlossen. Diese hat den Zweck, den künftigen Stellenumfang an den in den vergangenen Monaten tatsächlich angefallenen kirchenmusikalischen Diensten auszurichten. Eine Fortführung des am früheren Bedarf orientierten Arbeitsverhältnisses ungeachtet der veränderten Lage wäre finanziell, und damit auch den Kirchensteuerzahlern gegenüber, nicht verantwortbar.

Ausdrücklich beinhaltet der Beschluss des Gremiums das Angebot zur Weiterbeschäftigung zu einer angemessenen Wochenarbeitszeit und entsprechenden Dotierung der Stelle. Dem Beschluss voraus gingen zahlreiche Gespräche, die zum Ziel hatten, eine einvernehmliche und faire Lösung für alle zu finden. Wir bedauern die Nichtannahme des Angebots, nicht zuletzt im Hinblick auf die sehr hohe fachliche Qualifikation unseres Kirchenmusikers, sehen aber angesichts unserer Verantwortung für die Zukunft leider keine Alternative.

Der Rückgang der kirchenmusikalischen Dienste beruht unter anderem darauf, dass die Zahl der derzeit – aber auch künftig – im Pfarrverband verfügbaren Seelsorger es zu unserem Bedauern nicht erlaubt, Gottesdienste im früheren Umfang anzubieten. Zwangsläufig reduziert sich damit auch der Bedarf an Kirchenmusik. Die Reduzierung geschieht unter intensiver Abwägung aller sozialen Aspekte. Höchsten Ansprüchen an unsere soziale Verantwortung sind wir insbesondere während der vergangenen Corona-Monate gerecht geworden. So haben etwa die über Wochen ausgefallenen Gottesdienste nicht zu Kurzarbeit oder unbezahlter Freistellung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt, sondern allen Mitarbeitenden wurde weiter das ungekürzte Gehalt bezahlt.

Es steht außer Frage, dass es auch weiterhin qualitative Kirchenmusik für alle Altersgruppen geben wird – wie es schon jahrzehntelang gute und wertvolle Tradition bei uns ist. Der pastorale Nutzen geeigneter Kirchenmusik ist in der Tat kaum zu überschätzen.

Uns ist aber wichtig festzustellen, dass alles Handeln der Leitung stets im Horizont des gesamten Pfarrverbandes geschehen muss. Wir stellen dankbar und überzeugt fest, dass die über 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Freude und engagiertem Teamgeist ihren verschiedenen Aufgaben im Pfarrverband nachgehen. Es kann sich jeder gern vom guten Miteinander und der positiven Arbeitsatmosphäre überzeugen – ein Abstecher in ein Pfarrbüro genügt!

Die einem Arbeitgeber aufgetragene Fürsorgepflicht ist gerade für uns als Kirche selbstverständlich und liegt uns besonders am Herzen, jedoch gilt auch hier, stets das ganze Team und den ganzen Pfarrverband im Blick zu behalten und nicht einfach Partikularinteressen den Vorrang zu geben. Zudem befinden wir uns mitten im Prozess, den Pfarrverband zukunftsfähig aufzustellen, was auch bedeutet, sorgfältig und verantwortlich mit den begrenzten Kirchensteuermitteln umzugehen. Dafür brauchen wir uns nicht zu schämen.  

Wir sind uns dessen bewusst, dass die Herausforderungen – insbesondere die pastoralen – gewaltig sind. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, diesen auf einer belastbaren Grundlage des konstruktiven Miteinanders und des beherzten Einsatzes auf allen Ebenen begegnen zu können.

Wir hoffen sehr, dass Fairness, Vernunft und Sachlichkeit in der Entwicklung der aktuellen Situation die Dominanten sein werden. Nur dieser Weg wird zufriedenstellende Ergebnisse hervorbringen und zu einer zukunftsfähigen Ausrichtung des Pfarrverbandes Stiftsland Berchtesgaden führen. 

Mit freundlichen Grüßen und herzlichen Dank an alle, die sich im Pfarrverband in den verschiedensten Bereichen mit Überzeugung, Herz und Verstand einsetzen,

Dr. Thomas Frauenlob             Michael Koller             Peter Moderegger
Leiter des Pfarrverbandes       Verwaltungsleiter         Verwaltungsleiter              

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