„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“

Im Religionsunterricht fragt der Pfarrer die Klasse: „Wenn ihr meine Schäfchen seid, wer bin dann ich?“ Der Maxl hat sofort eine Antwort parat und meint: „Der Leithammel, Herr Pfarrer!“

Auch wenn der Pfarrer wohl eher auf das Bild vom guten Hirten hinaus wollte, so kommt es unterm Strich doch auf das Gleiche raus: Sowohl dem Hirten als auch dem Leithammel folgen die Schafe, weil sie ihm vertrauen und sich auf ihn verlassen. Freilich klingt es schöner, vom guten Hirten als vom Leithammel zu sprechen. Genau dieses Bild verwendet Jesus deshalb für sich im Evangelium. Er vergleicht sich mit einem guten Hirten, der für seine Schafe sorgt.

Gerade in unserer jetzigen Situation wünschen sich vielleicht viele Menschen einen Hirten – oder gar einen Leithammel. Jemanden, der die Richtung vorgibt, der weiß, wo es lang geht, jemanden, auf den man sich verlassen kann. Manche Politiker bemühen sich gerade, das zu sein. Auch wenn sie das mit bestem Willen tun, sind sie dazu nur begrenzt in der Lage. Denn woher sollen sie den absolut richtigen Weg kennen? Es gibt nur einen, der Zeit und Ewigkeit überblickt: Gott. Er allein kann für uns ein Hirte sein, dem wir folgen und auf den wir uns verlassen. Denn genau das, was sich die Menschen zur Zeit so sehr wünschen, verspricht uns Jesus im Evangelium: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10,10)

Freilich kann Gott uns keine Maßnahmen und Zeiträume nennen, wie es die Politik derzeit versucht zu tun. Sich von Jesus, dem guten Hirten, führen zu lassen, bedeutet vielmehr selbst eine innere Haltung einzunehmen und aus dieser Haltung heraus sein Leben zu gestalten. Es ist eine grundlegend positive Haltung allen Dingen gegenüber, die in einem bekannten Lied aus dem 17. Jh. so wunderbar zum Ausdruck gebracht wird:

Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.

Sing, bet und geh und auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Nicht die Sorgen, das Ungemach und die Traurigkeit sollen unser Leben bestimmen, auf dass es immer noch trauriger wird. Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, aus dem Vertrauen auf Gott, den guten Hirten und seiner Führung heraus eine zuversichtliche, hoffnungsfrohe Haltung zu gewinnen, auf dass wir möglichst bald wieder „das Leben haben und es in Fülle haben.“

Kaplan Josef Rauffer

 

4. Sonntag der Osterzeit

 


 

Gebetsvorlagen zum 4. Sonntag in der Osterzeit

 


 

Geistlicher Impuls zum 4. Sonntag in der Osterzeit

 

Wer macht mit bei der Aktion "Glaubensfaden"?

 

"Augen auf" beim nächsten Spaziergang - Der Familientipp

 

Die Bibel für Kinder: Josef, erzählt von Religionslehrerin i.K. Stefanie Witte

 

 

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