Dekanatsausflug zum Inselbistum Chiemsee

Seelsorger und Pfarreimitarbeiter des Dekanates Berchtesgaden besuchen Herrenchiemsee und Frauenchiemsee

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Ein interessantes Ziel hatten die Organisatoren des diesjährigen Dekanatsausfluges ausgesucht: das Inselbistum Chiemsee mit dem Alten Schloss auf der Herreninsel sowie der Benediktinerinnenabtei Frauenwörth auf der Fraueninsel. Mit zwei Bussen ging die Fahrt am Morgen nach Prien-Stock, von wo aus zunächst mit dem Linienschiff zur Herreninsel übergesetzt wurde. In der ehemaligen Pfarrkirche St. Maria, nur unweit vom Anlegesteg gelegen, feierte die Reisegruppe eine morgendliche Andacht. Die spätgotische Marienkirche war ursprünglich für die Laien der Klosterpfarrei errichtet worden. 1630-1632 wurde die Kirche umgebaut und erhielt den frühbarocken Hochaltar und die Kassettendecke mit Tafelgemälden aus dem Marienleben. Nach dem vielstimmigen Morgenlob stand die Besichtigung des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstiftes (Altes Schloss) auf dem Programm.

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Ein Wandgemälde zeigt die barocke Stiftsanlage vor der Säkularisation. Dekan Dr. Thomas Frauenlob erzählte zunächst das Wichtigste aus der wechselvollen Geschichte des Alten Schlosses, das die meisten Besucher von Herrenchiemsee auf dem Weg zum Königsschloss links bzw. eigentlich rechts liegen lassen. Im Konventstock ist heute eine Gemäldegalerie eingerichtet, die den "Chiemseemalern" gewidmet ist. Eines der über 50 Meisterwerke ist der "Fischzug am Chiemsee" von Joseph Wopfner (1843-1927). 

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Im Prälaturstock sind in der Galerie Julius Exter etwa 150 Gemälde dieses späten Chiemseemalers (1863-1939) ausgestellt, darunter "Tanzende Bauern" von 1901.

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Im Fürstenstock sind einige prachtvolle Räume zu besichtigen, darunter Gartenzimmer und Kaisersaal mit ihren illusionistischen Wand- und Deckenmalereien. 

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Das Verfassungsmuseum veranschaulicht in den historischen Räumen des Verfassungskonvents von 1948 die Entstehung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. 

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In diesem Raum tagte vom 10. bis 23. August 1948 der Verfassungskonvent, der die Aufgabe hatte, einen Verfassungsentwurf zu erarbeiten, der dem Parlamentarischen Rat als Unterlage dienen könne. 

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Nach der Besichtigung des Alten Schlosses war Gelegenheit, auf der Terrasse der Schlosswirtschaft Herrenchiemsee ein Mittagessen einzunehmen, bevor es per Schiff weiterging zur benachbarten Fraueninsel. 

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Schwester Magdalena von der Benediktinerinnenabtei Frauenwörth erwartete die Gruppe zu einer humorvollen, kurzweiligen Führung, die im Schatten einer großen Eiche vor der Torhalle begann.

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Als Erstes besichtigten die Ausflügler die St.-Michaels-Kapelle im ersten Obergeschoss der karolingischen Torhalle.

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 Die wegen ihrer Fresken kunsthistorisch bedeutsame Kapelle dient heute als Museum, in dem originalgetreue Repliken ausgestellt werden, beispielsweise das Rupertuskreuz von Bischofshofen im Pongau.

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Auch eine Kopie des sogenannten Tassilokelches, dessen Original in der Schatzkammer des Stiftes Kremsmünster aufbewahrt wird, kann bewundert werden.

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Der kostbare Einband, der vermutlich in Rom gearbeitet wurde, umschloss ein Evangeliar, das Papst Gregor der Große im Jahre 603 anlässlich der Taufe des Prinzen Adaloald an die langobardische Königin Theodolinde übersandte. Die Königin übereignete dieses kostbare Geschenk der von ihr erbauten Kirche zu Monza. Auch der Türzieher vom Portal des Münsters Frauenchiemsee wird im Museum gezeigt, nachdem man im Jahre 2008 festgestellt hatte, dass dieser aus dem Ende des 8. Jahrhunderts stammt. An der Eingangstür zur Klosterkirche ist seither eine Kopie des Türziehers.

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Schwester Gabriela Reiter malte 1927 das Altarbild der seligen Irmengard mit dem flammenden Herzen. In der Irmengard-Kapelle steht der Schrein mit den Gebeinen der Seligen, die - wie Schwester Magdalena betonte - insbesondere bei unerfülltem Kinderwunsch angerufen wird, was auch zahlreiche Votivtafeln beweisen.

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Im Äbtissinnengang endete die interessante Führung durch das Kloster Frauenwörth. Danach wurde es abenteuerlich: In einem Sturm mit orkanartigen Böen und Starkregen mussten die Teilnehmer vom Kloster die kurze Strecke bis zum Nordsteg gehen, mit dem Ergebnis, dass alle bis auf die Haut durchnässt wurden und einige Regenschirme zu Bruch gingen. In Gstadt warteten die Busse und brachten die sturmzerzausten Fahrgäste zum Klosterwirt in Höglwörth, wo die Kleidung während einer schmackhaften Brotzeit wenigstens teilweise trocknete.

 

20. Juli 2017
Andreas Pfnür

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